Dienstag, 15. August 2017

German Bakery & fresh Salads♡ in Kathmandu


German Bakery

Pumpernickel Coffee House

Pharping mit Knecht und Milchkaffee

...Pasang fragte mich heute, ob ich mitkommen wolle nach Kathmandu - zum Einkaufen! Ausserdem konnte ich dann bei der "Bank" genug Geld abheben, um Stephan sowohl das Appartment, die Fahrt nach Bhaktapur (Mittwoch) und der laundry-service zu bezahlen... Der hauseigene Driver packt uns also Beide um 7:30 Uhr ein und wir rattern auf der heute sehr leeren (weil Feiertag ist, ein heiliger Frauentag wo die Frauen den Tag nicht essen und am Abend trockenes Brot, Gerichte aber opfern) Strasse runter nach Kathmandu. Zuerst fahren wir zur German Bakery, wo ich gegen alle Erwartungen einen echten Freudenmoment geniesse: frisches, duftendes, warmes Brot! Süsses Gebäck, Kuchen, das Brot mit Sesam, Haferflocken und sogar Mohn bereichert! Ich nehme mir selbst auch einen kleinen Laib und ein Sesambrötchen mit, Pasang kauft ausserdem noch hausgemachte Butter. Der Duft in der Bäckerei ist so europäisch, so gut, hygienisch-frisch und verlockend - am liebsten würde ich einfach etwas hinter den Tresen sitzen und dort sein... die Verpackung der Nahrungsmittel erfolgt aber dann wieder ganz nepalesisch: zack in eine Plastiktüte (kein Backpapier oder eine braune Papiertüte wie in Deutschland) und ein Gümmeli drum, fertig! (Die Butter wird lose genau so verpackt, ohne Schutzplastik)

Weiter gehen wir in ein kleines Café, das Pumpernickel-Café. Auch dort frisches, eine grosse (für uns Kaffee-Verwöhnte Schnösel normale) Kaffeemaschine, wo Pasang und ich einen Cappuccino trinken. Ich realisiere, dass Pasang, irgendwie ganz in der Rolle der Hausfrau und Dienerin, stets das gleiche zu sich nimmt und bestellt wie ich, wenn wir zusammen unterwegs sind.
Das "Pumpernickel" raubt einen Teil meines Herzens und ich hoffe, dort noch einmal herkommen zu können... 🍞🍩☕
Als wir dann bei der Bank stoppen, frisst der ATP-Automat der "besten Bank Kathmandus" erst einmal meine MasterCard. OK. Wir warten also 20min bis das Personal meine Karte wieder befreit hat, Geld abheben geht nicht. Aus reinem Frust probiere ich es an einem kleinen Strassenautomaten mit der schweizerischen Postcard - welche ja wohl sehr viel weniger international angenommen wird wie die Mastercard - da hüpft der Automat und spuckt mir das Geld raus was ich brauche. Ich stutze, staune - schüttle fassungslos den Kopf. Ok.
Auf dem Nachhauseweg gabeln wir dann noch 3 Mitarbeiter von Stephan auf und 2 Holländer, ein Paar, welche für eine Nacht nach Pharping kommen. Im Auto eingequetscht (und einer Stunde warten mit Lemontee weil Ashar noch ein "leicht verspätetes Meeting" hatte) rattern wir wieder im Strassenpingpong in die Pinienwälder und kommen mittags nach Hause.
Nachdem ich also das Brot geniesse zum Mittagessen falle ich ins Bett, mache einen tiefen Mittagsschlaf - irgendwie macht mich der Verkehr in Kathmandu verrückt müde!
Dann gehe ich raus, Richtung Dakshinkali und schlendere etwas den Feldern und an Tempel, Schulen und Kloster vorbei. Es gibt hier unglaublich viele, da die Dörfer hier sehr wichtige religiöse Orte sind.
Neues Buch, Knausgård ist fertig - Doris Knecht diesmal.
Telephon mit Linguista aus der Schweiz bezüglich nächster Woche - IDEX scheint eine gute Organisation zu sein, bin gespannt, sie bald kennenzulernen!
Auf dem Heimweg laufe ich an gutaussehenden Auberginen vorbei und freue mich - ein Junge läuft mir über den Strassen nach, "what your name?" - und nachdem ich mich vorgestellt habe rennt der Kleine, welcher nur noch einen Schneidezahn hat, zurück zu seinen Freunden und weil er dabei "Magdalena, Magdalena, Magdalena!" schreit, kennt mich jetzt das ganze Kathmandutal 😅

Gedanke: Mein Blick auf Dinge schon so verändert, keine Angst vor irgendwelchen Tieren wie Insekten oder den Strassenhunden (einfach kein Augenkontakt...), den abschätzenden, prüfenden Blick sogar als Vegetarier auf die Hühner ("ist da was dran?" - schäme mich für dieses Denken!), das Waschen, Kochen, Duschen immer auch bei kaltem Wasser...
Und dass so vieles einfach..egal ist! Dass man Geduld haben muss, dass man Verständnis haben muss, warten können muss, Blicke ertragen muss, freundlich sein soll... Einfach mitmachen, Lena, denke ich immer wenn es schwerfällt, nicht wütend zu werden oder alles hinzuschmeissen - es ist nicht für immer!

Am Folgetag setze ich mich mit den Holländern, Pim und Maarten, in den Bus - Absichtlich schon in Dakshinkali, da wir dadurch die ersten sind und die heiss begehrten SITZplätze haben (ansonsten muss man 2h stehen). Maarten und ich sitzen eng aneinander am Fenster, ich switche etwas zwischen Reden, Dösen und Doris Knecht umher und wir plaudern über Sport - doch als unsere Gespräche zu europäisch werden blocke ich etwa, denn gleich kommt da wieder Heimweh!
Nach 2 heissen, chaotischen Holperstunden fährt der Bus am Ratnapark ein und wir laufen noch ein Stück zusammen nach Thamel, dort verabschieden wir uns. Komisch, soo komisch, wenn man tschüss sagen muss zu netten Menschen und genau weiss: das ist ein Farewell, man sieht sich nie wieder!

Sonntag, 13. August 2017

Mädels-Nachmittag - Pharping

Auf dem Weg zur Asura Cave und dem Vajrayogini-Tempel

"According to one story, a close disciples and followers of Samten Gyatso, Tulku Urgyen Rinpoche's root teacher, made the handprint."

der Göttin Kali geweihte, hinduistische Dakshinkali-Tempel 

Sicht in Richtung Asurahöhle vom Fuchsbau aus

Fuchsbau-Terasse (fand einen überdachten Teil wo ich mich zu Regenstunden hinsetzen könnte und lesen:))

Mal eben Lage ckecken - Land in Sicht?? 

Samstag, 12. August 2017

Im Fuchsbau ❤

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man Vertrauen.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, nicht gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man Authentischsein.

Als ich mich selbst zu lieben begann.
Habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen,
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich: Das nennt man Reife.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich: Das nennt man Ehrlichkeit.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich: Das ist Selbstliebe.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: Das nennt man Demut.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo alles stattfindet.
So lebe ich heute jeden Tag und nenne es Bewusstsein.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute Herzensweisheit.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: Das ist das Leben!



..."das ist das Leben!"




Pharping und der Fuchsbau 🏯🏰

“Namaste!
I am a swiss young woman (21 years old), travelling for the first time alone. After 3 weeks of trekking in the Mustang, I planned to stay in the Neydo Hotel near Pharping to have a break from trekking - my next program with IDEX starts on the 21.august in Kathmandu.
Now I realized, that I am quite unconfortable in the monastery Neydo, of course thats not because of the personal or the service, it just feels "wrong". Since this is my first time in Nepal and also the first time travelling alone, I really want my journey to be good for me and not something to be scared of... since I love to read and write, I thought that maybe your Studio would be better for me, to just be on my own, maybe cook sometimes on my own, like living alone and have some more individuality... I am a curious, kind but calm person who would love to meet you and spend a week in your little appartment - I really whish to have "a little home" between the trekking and driving - and Neydo does not make me happy somehow, I feel that I am not supposed or able to calm down here...
I really hope not to be to spontaneous! Since I am doing all of this for the first time I am always trying to find the best way and hope that you understand my insecurity!
I would be releaved to hear from you, best way is E-Mail and hope that your studio and the cooking-ability is still available!
Best regards,
M. W.”


Und so hüpfe ich am Samstagmorgen in den randvollen Bus, welcher durch den strömenden Regen in Richtung Pharping tuckert. Ich bin schmutzig, nass und ziemlich verzweifelt - und so geht es offenbar auch dem Bus, denn er braucht etwa 5 min um sich erst einmal aus dem Schlammloch zu befreien. Meine Flip Flops sind matschig und schmutzig, als ich endlich, mithilfe zweier Mädchen, zum Swiss Family Hotel gelange, welches verborgen zwischen Hühnerställen, Wald und Hüttchen als eine Art Burg (es erinnert sehr an Bibi Blocksberg, Ottfried Preussler oder Hagrids Hütte!) herausragt. Ich trete durch ein schwarzes, eisernes Gartentor ein, klopfe an die Pforte, drehe schlussendlich um und frage nach (die Nachbarn verstehen noch nicht einmal das Wort "english"), dann drehe ich nochmals um und finde in den Büschen eine Klingel. Ein Junges Mädchen macht mir auf. "You want to speak to Stephan?" Ja, bitte... ich klettere hinter dem Mädchen eine Eisenleiter aussen am Haus hoch, welche umspirnt von Efeu an den rostroten Bachsteinen hochführt.
Oben steht ein Mann, vielleicht Sechzig Jahre alt, mit weissen Haaren welche er zu einem Pferdeschwänzchen zusammengebunden hat. Er trägt ein weisses Leinenhemd und hat eine Gebetskette in der Hand, offenbar zeremonierte er gerade. "Hi", zittere ich. "I have a problem, do you speak english? I am from Europe"
Ich bin so erschöpft...
"English, Deutsch was auch immer du willst!" Uff...
"Oder bäärndütsch!", sagt er plötzlich und da bin ich so erleichtert, dass ich die gesamte Story, welche ich gestern Abend spät schon als Mail geschrieben hatte, nochmals herunterrattere. Dass Neydo einfach nicht geht...- so viel kriegt er mit.
"Schaust echt fertig aus, komm doch auf nen Tee rein!"
Ich tapse ihm barfuss hinterher ins Haus. Er zeigt mir die kleinen Studios mit allem, was man zum Single-, Schreib- und Leseleben braucht und bietet mir alle zum gleichen Preis (26000 Rupien) an, auch die gösseren, er habe momentan keine Leute hier. Seine eine (von vier) Tochter habe auch gerade Matura gemacht, sei jetzt in Japan. Auf dem Weg in die Familienküche kommen wir an einem Wurf junger Katzen, zwei deutschen Doggen und deren Welpen vorbei, ich sage immer nur "Wow" und als die eine Dogge mich begrüsst - also um einen Meter überragt - ist er erfreut dass ich nicht erschrecke sondern den Schlabbergruss grossherzig erwiedere. Als wir durch die Gänge und Zimmern wandern kommt mir der exakt passende Ausdruck für diesen Ort in den Sinn: Fuchsbau. Das ist ein Weasly-Fuchsbau!
"Du kannst heute schon kommen", sagt Stephan. Ich solle einfach Bescheid sagen, dass sie mir mit dem Gepäck durch die Gärten und Hühnerställe helfen können! Kochen kann ich alleine oben, sagt er, oder aber wenn ich wolle alle Mahlzeiten mit ihnen essen! Er habe auch schon Leute gehabt, welche das Neydo verlassen hätten und bei ihnen eingezogen seien.
Froh verabschiede ich mich von ihm und seiner Frau, Pasang, und schaue noch kurz nach, was Pharping bietet. Zum Leben findet man Sachen, es gibt Nudeln, Reis und Dosen - und plötzlich bin ich froh, dass das Frühstück von der Familie gemacht wird, als ich das verschimmelte, abgepackte Brot sehe...
Danach platsche ich weiter zu einem Bus und werde das erste Mal richtig wütend auf die Nepali, denn keiner sagt mir, wie versprochen, wenn die Haltestelle Bhanjyang erreicht ist. Also tuckere ich nichtsahnend in die Wälder nach oben und als ich nach monastery Neydo frage, lachen die Umstehenden. Wollen die mich verarschen?, denke ich genervt und pfeife die mir am nächsten stehenden Jungs an: " You can't understand any english word, do you!?" Damit verstosse ich gegen alle buddhistischen Regeln: ich habe sie beleidigt und unterschätzt. Doch da sie weiter grinsen ist es mir völlig egal, ich bin wütend! Wütend zu sein braucht Kraft, doch die habe ich nach der "swiss family" wieder! Ich entscheide, ins Neydo zu fahren, dort weissen Toast (bald kann ich endlich selber!!!) mit Honig und Butter (was kochen können sie nicht ohne Anmeldung...) zu essen und dann an der Reception meine Abreise noch am selben Nachmittag anzukündigen!
Beschriebenes Strassenfleisch...

Pharping "Time Square"


Stupa putzen...
Neydo Monastery - ich will es nicht schlecht reden! Das Hotel, Personal und Service laden zum Besuch ein, für mich aber nicht zum Bleiben, Ruhe finden und Runterkommen. Mein Befinden soll jedoch niemanden je davon abhalten, Neydo zu besuchen und hier zu verweilen! 

Aussicht von Neydo nach Pharping

Abschied 1

Farewell - or just "Goodbye", "See ya", "Bis bald"? Der Abschied von Herbert und Andreas, "meinen Männern", fällt viel schwerer als gedacht! Viel schwerer. Dass sie beide heute noch nach München und Basel zurückfliegen macht es eine Flohbissspur leichter, denn es ist immer einfacher, wenn jemand auf einen wartet, als wenn man selbst warten muss...
Ein Fahrer bringt mich nach Pharping, zum Neydo.
Am Nachmittag war ich alleine in Thamel unterwegs, wo Gässchen und Buden so dicht nebeneinander lagen, dass ich ein paarmal in den Strassengraben hüpfen musste, um einem Taxi, Motorradfahrer oder einem Gemüsehändler auf Rädern (Fahrräder mit grossen Körben vornedrauf - da hat man natürlich keine freie Sicht mehr!) auszuweichen. Nach einer Minute waren meine Schenkel mit Schlamm und Staub verspritzt, da die Flip Flops (bad idea) mir die Strasse quasi an die Beine beförderten...
Es war wie Shopping! Bloss dass man, wenn man in einem der "Supermärkte" nach Trockenfrüchten, Mandeln oder den geliebten "Kit Kat"s sucht, vom Verkäufer beobachtet wenn nicht sogar auf Schritt und Tritt verfolgt wird!
Schweren Herzens kein Obst kaufen, welches nicht getrocknet und geschwefelt wurde...:( die Äpfel sehen so gut aus - aber ich machte es nicht, es ist dem Magen zu gefährlich. Auf den Tischen an den offenen Strassen lagen teilweise die halbe Metzgerei, Hühnchen wurden frisch gerupft und lagen dann - sei Sonne oder Regen - offen da... ich hoffte bei diesem Anblick, dass jenes, welches wir gestern beim Abschlussessen hatten, nicht auch so in den Gasen dagelegen hatte!
Bei einem Elektrostand probierte ich ein Kopfhörerpaar aus und kaufte es, nachdem mir klar geworden war, dass die Qualität nicht besser wurde...
Ein Rasierer, ein Gesichtswasser, Kekse - fertig! Mehr konnte ich nicht mitnehmen, es wäre zu schwer geworden.
Von Herbert und Andreas hatte ich alles bekommen für die Trekkingtage im Terrain, wo es feuchter, blutegeliger, insektischer werden würde: Poncho, Hosengummis (dass die Egel keine Löcher finden würden), ein insect repellent Stärke 80%, genannt "Bushman", dann Plastiksäckchen für Kamera und Handy, auch die verbliebenen Medikamente konnte ich behalten!
Kathmandu ist riesig - und wirkt noch grösser, da ein Grossteil der Strassen nicht geteert sind, also aus einer einzigen Matsschpfütze bestehen, keine Verkehrsordnung herrscht und sich das Fahren somit sehr in die Länge ziehen kann, vor allem mit Auto (einfach kein Platz!).
Die enorme Hektik und Unordnung, das konstante und von hinten einem erschreckenden Hupen aller Fahrzeuge, das Rufen und Anpreisen der Menschen, der Schmutz, die Verwirrenden Strassenabschnitte und Sackgassen - dies alles hielt ich eine Stunde aus und zog mich dann wieder ins Hotel zurück, wo ich mit H. & A. einen letzten "Mustangkaffee" (welcher dann versehentlich ein normaler Kaffee war ohne Schnaps) auf der Dachterasse trank. Beim Blick über die Dächer beobachteten wir Ratten und Affen, welche sich in der heissen Nachmittagssonne entlausten und sonnten.
Letzte Geschichten und Weltstories von meinen Männern, die wollten einfach immer noch nicht wahrhaben dass ich studieren werde und keine Weltreise planen kann ;))
Tutut - Trööt! Auf der wackligen Fahrt nach Pharping habe ich das weisse traditionelle Tuch (Abschied, Schutz) und die letzten Knausgårdseiten vor mir und blicke auf das inzwischen regnerische Kathmanduvalley hinunter. Die Wolken über der Stadt hüllen uns in ein bedrohliches Licht, machen diese Fahrt aufregend und speziell, der Fahrer spricht kein Wort. Drückende Hitze im Carinnern, doch die Fenster bleiben wegen dem Regen geschlossen...

Donnerstag, 10. August 2017

Bei Tenijn und Pema Gurungcg zu Besuch :)

Was für ein süsser, kluger Junge!! Der Besuch bei Tenijn und seiner Mutter in Boudha heute war sehr schön! Nach Spiel und Schulheft-Präsentation mit dem Jungen wurden Chhewang und ich mit Dal Bhat versorgt - danach eine rassige Motorradfahrt (ich durfte hinten mitf

Meine Jeep-Allergie. (10.8.- Kathmandu)

(10.8., 12:00)...und wieder sitzen wir am Flughafen in Pokhara, wieder müssen wir nach einem ganzen Morgen warten entscheiden, mit dem Jeep zu fahren. Also nach 3 Wochen immer noch keinen Inlandflug innerhalb Nepal...😣 Kann wohl auch nicht klappen zu Monsunzeit! Ich spüre wie Chhewang ungeduldig, vielleicht sogar etwas wütend ist. Mir ist es grundsätzlich egal, ob wir eine Nacht warten bis morgen und dann zu fliegen probieren - oder gleich den Jeep nehmen. Ich weiss nur, dass ich momentan am liebsten ganz nach Hause, zumindest irgendwo nach Europa, reisen würde. Weg aus diesem Regen, weg aus dieser Unsicherheit, weg von allem!
Es ist zu viel umplanen, zu viel Jeep, zu viel landslides, zu viel.....

Für diese Fahrt setze ich mich in die Mitte, damit Chhewang etwas schlafen kann zu meiner Linken. Ich weiss genau, dass er (wie auch ich selbst) lieber in Pokhara gewartet hätte um zu wissen, ob der Flug nachmittags auch noch gecanceled werden würde, doch die beiden Männer wollen autofahren - sie täten den Nepalesischen "60% chances", "maybe"s und Versprechen nicht trauen.
Chhewang wirkt genervt, ich bin es auch. Man hätte doch die eine Stunde noch abwarten können, notfalls eine Nacht in Pokhara bleiben (das Hotel kostet nichts mehr) und allenfalls am Tag darauf, wenn das Wetter immer noch schlecht sein sollte, den Jeep nehmen. Man wäre um Mittag herum in Kathmandu!
Vielleicht ist es das europäische Misstrauen, was uns da das Abwarten verbaut. Ich habe mich da schon so um- und eingestellt, dass ich Chhewang vertraue und allenfalls eine Nacht gewartet hätte mit ihm.
Nun merke ich - und bin fast erleichtert über diesen Ärger, welcher mich etwas aufleben lässt - dass ich vielleicht doch einen Tapeten-, Orts- und Gesellschaftswechsel brauchen kann - Neydo liegt nun noch einen Tag entfernt.
Abends in Kathmandu werden wir also duschen können und morgen haben wir alle noch einen halben (ich je nach Chhewangs Patenkind-Plänen einen ganzen) Tag in Kathmandu. Dann Kloster, dann Pinienwald und Schreiben (gestern konnte ich innerhalb von einer Stunde Microsoft Word herunterladen - und habe gleich den ersten Satz {für welchen ich, bis er gut war, weitere 10min brauchte} geschrieben).
°•°•°•°•°
Die Fahrt nach Kathmandu schrecklich. Yer Fahrer, durchgehend merkte man an seinem Fahrstil dass er genervt war und Stress hatte, fuhr meistens mit 80km/h in schnellen Schlangenlinien zwischen den Lastwagen und Bussen durch, musste dann teilweise aprupt abbremsen und sich wieder ordnungsgemäss links einordnen. Als er (wo wir alle schon patschnass und ich mit den Nerven am Ende waren) dann noch versuchte, einen hinten rauchenden (er hatte somit keine Sicht auf die Gegenfahrbahn) Lastwagen zu überholen, brach mir der Damm: "Could you PLEASE watch out better!?"
Erst nach Sieben Uhr dann waren wir beim Hotel und assen gemeinsam ein letztes Mal zu Abend...
Oben im Zimmer dann beendete ich den Knausgård, pünktlich vor dem Neydo!
Ich werde mir vielleicht "Spielen" oder "Sterben" kaufen müssen in Kathmandu - hoffe aber, dass ich in meine anderen Bücher schnell reinkomme :)

Bei der Einfahrt in Kathmandu fiel mir übrigens etwas ganz spezielles auf. Es begann mit dem beissenden Geruch, welcher schon in den Vororten durch die offenen Autofenster strömte und sich mir in der Nase festsetzte. Weiter und weiter quälten wir uns von Norden her in die Stadt, quetschten uns durch die Stände und Läden, die Motorräder und Menschen. Dunkelheit umhüllte uns teilweise, die Nepalesen sind ab und an der Auffassung, dass das Einschalten der Lichter diese abnutzt...;)
Erst als die Strassen wieder breiter, dh, etwa achtspurig werden, werden teuflische Waden (Herbert: "wie Sandsturm in der Sahara!") Sichtbar, die Luft ist echt sehr verschmutzt.
Meine Aufmerksamkeit wurde aber mehr von den etlichen verschiedenen Gerüchen angezogen. Gekochtes, würziges, Abgase, Aborte, dann wieder der süssliche Geruch eines Standes, ein Schwerer Geschmack bei Gaststätten oder Tankstellen. Offene Flächen trieben kühle Nachtluft herein, welche aber kaum frischen Sauerstoff enthielt und man somit nie eine richtige Befriedigung beim Atmen erfuhr. Wieder schnaufte ich also zu wenig, um der schweren, scheinbar überfüllten Luft auszuweichen - bis ich einfach durch den Mund atmete, weil mir schwindelig wurde. Dass es im Stadtinneren wieder um einige Grad wärmer ist, kommt sicherlich auch vom vielen Verkehr, dennoch ist die Luft nicht ganz so feucht wie in den Wäldern der Pässe.
Einmal glaubte ich sogar, den Rasiergeruch und den Duft frischen Shampoos zu riechen, als wir uns an einem Salon vorbeidrückten - doch vielleicht war ich auch einfach viel zu müde um die Sinne zu unterscheiden!